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Patrick Krausen

aus Köln

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Kosmetikbehandlung speziell für Krebspatienten

"Kosmetik ist mehr als Pinsel und ein bisschen Farbe", erklärte Petra Witt, die Geschäftsführerin des Präha-Bildungszentrums. Ab diesem Jahr wird es an der Schule im Kosmetik-Lehrgang zwei Neuerungen geben.

Kerpen-Horrem (pk). Seit 2001 gibt es an der Anna-Herrmann-Schule den Ausbildungslehrgang zur staatlich anerkannten Kosmetikerin. Ein Schwerpunkt der Lehre ist die medizinische Kosmetik. "Dieser Bereich wächst derzeit sehr stark", weiß Petra Witt. "Die Chancen, anschließend eine passende Arbeitsstelle zu finden, sind sehr gut."
Ab diesem Jahr wird der Lehrplan erweitert. Zusätzlich werden die Schüler im Themengebiet "Onkologische Kosmetik" ausgebildet. Später im Berufsleben sollen sie so besser auf die Bedürfnisse von Krebspatienten eingehen können. "In diesem Bereich kommen viele neue Aspekte hinzu, etwa der Umgang mit Medikamentenunverträglichkeit", erläuterte die Geschäftsführerin den Unterschied zur medizinischen Kosmetik. "Bei Krebspatienten sind meist Psyche und Haut angegriffen. Die Schüler lernen, damit angemessen umzugehen."
Im Rahmen der Ausbildung sind für die Schüler zwei Praktika vorgesehen: Im ersten Lehrjahr sollen sie im kosmetischen Bereich arbeiten. Anschließend erhalten sie im dritten und letzten Lehrjahr einen Einblick in den medizinischen Bereich - entweder bei einem Arzt oder direkt im Krankenhaus.
Eine weitere Neuheit im Rahmen der Ausbildung ist die Möglichkeit, nach erfolgreicher Ausbildung die Qualifikation zur Kosmetik-Meisterin zu erwerben. Die Schule erhofft sich dadurch, dass der Kosmetikberuf aufgewertet wird. Eine entsprechende Prüfung muss nach der Ausbildung bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) abgelegt werden. Arbeitsangebote gibt es für die Absolventen vor allem in der Industrie, aber auch durch die Eröffnung eines eigenen Unternehmens. Für die Zukunft plant das Präha-Bildungszentrum, einen Studiengang "Kosmetologie" anzubieten. Dies wäre dann der dritte Studiengang, den die Schule anbietet. Zusätzlich bietet das Bildungszentrum für die 420 Schüler sieben Ausbildungsgänge und zwei Weiterbildungskurse im Gesundheitsbereich an.
Übrigens sind auch männliche Schüler in den Kursen willkommen. "Vor Jahren hat ein junger Mann bei uns seine Ausbildung gemacht. Ansonsten ist die Frauen-Quote im kosmetischen Bereich sehr hoch", so Petra Witt. Gleichzeitig hofft sie aber auch, dass sich durch die Zusatzqualifikationen auch mehr Männer für dieses Berufsbild interessieren. "In vielen Köpfen steckt noch das alte Bild, dass Männer die Familie ernähren müssen. Durch den höherwertigen Abschluss als Kosmetikmeister sind auch die Verdienstchancen deutlich gestiegen."

Letzte Änderung: Donnerstag, 08.10.2015 17:12 Uhr

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