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Tipps und aktuelle Fahrberichte - exklusiv von Motorjournalist Werner Müller


Rüpelhafte Radfahrer: Starke Worte von Politik und Polizei

"Kampf-Radler" nennt Bundesverkehrsminister Ramsauer die offenbar zunehmende Zahl von Fahrrad-Rüpeln. Und will etwas dagegen unternehmen

Es gibt Radfahrer, deren Verhalten ärgert mich sowohl als Autofahrer wie auch als Fußgänger. Keine Handzeichen beim Abbiegen, fahren über Zebrastreifen, lässig werden Einbahnstraßen und Fußgängerzonen ignoriert. Oft ist da Leichtsinn und Überheblichkeit im Spiel.
Die Wortwahl des Verkehrsministers wie "Kampf-Radler" oder "der Verrohung Einhalt gebieten", inzwischen tausendfach zitiert und im Internet kommentiert, ist bei der Behebung des Problems dagegen wenig hilfreich.

Logisch, dass der ADFC, die selbsternannte Interessenvertretung der Radfahrer, protestiert. "Ich kann keine Kampf-Radler erkennen", hört man vom ADFC-Rechtsreferent Roland Huhn. Rotlichtverstöße bei Radfahrern seien weitaus seltener als zu hohes Tempo bei Autofahrern. Was für eine merkwürdige Gegenüberstellung.

Und die Polizeigewerkschaft GdP beschwert sich, weil Minister Ramsauer bemerkte, "die Polizei sei manchmal einfach überfordert, den Kampf-Radlern Einhalt zu gebieten". Vielmehr reagierten Radfahrer oft verständnislos, wenn man sie auf ihr Fehlverhalten aufmerksam macht. Viele Radfahrer meinten wohl - so die Polizei - die Verkehrsregeln seien nur für die Autofahrer gedacht.

Man kann es nur wiederholen: Nehmt mehr Rücksicht aufeinander.
Ob Fahrräder oder Automobile: Alle werden von Menschen mit Verstand, aber auch mit Emotionen gesteuert. Und die sollte man im Griff haben.
Rücksicht auf sehr junge und ältere Verkehrsteilnehmer, Vorsicht bei kritischen Situationen, lieber mal vom Gas oder abbremsen als Recht haben, das muss doch machbar sein.
Das gilt vor allem für die Radler. Denn die leider zunehmenden Unfälle gehen - ob verschuldet oder nicht - für Radfahrer oft böse aus.

Meine Erfahrung: Ich bin oft in Nordholland. Dort, in den Städtchen an der Küste treffen Einheimische und Touristen aufeinander. Viele unterwegs mit dem typischen Holland-Rad. Doch das Miteinander von Radfahrern, Fußgängern und Autofahrern ist für mich immer wieder faszinierend. Da nimmt jeder ein wenig Rücksicht, es gibt kaum Ampeln, alle achten aufeinander. So genannte Kampfradler kennt man da nicht.
Es gibt allerdings auch wesentlich mehr und besser ausgebaute, von der Autostraße deutlich abgetrennte Radwege. Die Holländer sehen das Fahrrad als geruhsames und praktisches Alltagsgefährt und nicht als Rennmaschine. Es geht also auch anders.

Statt starker Worte sollten Politiker mehr in gute Radwege und Straßen investieren. Und endlich wieder in den Medien Verkehrserziehung betreiben lassen. Unser Ratgeber Auto mit den vielen Tipps ist da ein wichtiger Beitrag.

Und es wird wirklich Zeit für die Wiederbelebung der tollen Sendung "Der 7. Sinn". 

Gefahr für beide: Der LKW-Fahrer sieht den Radler oft nicht, weil der im Rückspiegel (toter Winkel) nicht erfasst wird. Radfahrer sollten das beachten und lieber bremsen. Foto/Grafik: dpp
Letzte Änderung: Donnerstag, 19.04.2012 09:55 Uhr

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