CDU Rheinbach zur Energiewende

Chancen, Risiken und Folgen

Rheinbach (art). "Strukturwandel in der Energiepolitik. Quo vadis Rheinbach?", lautete das Thema einer Informations- und Diskussionsveranstaltung, zu der die Rheinbacher CDU rund 40 Gäste im Schützenhaus begrüßen konnte. Chancen, Risiken und Folgen der Energiewende nach Fukushima beschäftigen nicht nur die Bundes-, sondern auch die Kommunalebene, so die Stadtverbandsvorsitzende Silke Josten-Schneider. Als Referenten aus fachlicher Sicht begrüßte sie den naturschutzpolitischen Direktor von EuroNatur, Landschaftsplaner und Landschaftsökologe Lutz Ribbe, der ein Büro in Rheinbach unterhält. Ribbe stellte verschiedene Formen der Nutzung alternativer Energien wie Biogasanlagen, Wind- und Sonnenenergie vor. Er hob die "Riesenchancen für die Regionen in der Energiewende" hervor und prognostizierte die Veränderung von globalen hin zu dezentralen Strukturen der Energieversorgung.
Als Ergebnis einer Fraktionsklausur hat die CDU ihre Linie in Sachen regenerativer Energien festgezurrt. An oberster Stelle des lokalen Struktur- und Energiewandels stehe dabei der Schutz der Bevölkerung vor Immissionen, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Bernd Beißel. Entsprechend den Vorgaben der strategischen Ziele "Rheinbach 2030", müsse auch der Charakter von Stadt- und Landschaftsbild erhalten bleiben. Daher komme die CDU nach Abwägung von Vor- und Nachteilen der verschiedenen alternativen Energien zu dem Schluss, der Sonnenenergie eine zentrale Rolle einzuräumen.
Der Solarpark, den ein Inves­tor im Gewerbepark Nord an der Autobahn errichten will, bezeichnete Beißel als Schritt in die richtige Richtung. "Künftig nachdenken" will die CDU auch über einen Eigenbetrieb "Stadtwerke Rheinbach", um mit eigenen Solaranlagen Energie zu gewinnen.
Unterbinden will die CDU den Bau von acht Windkraftanlagen mit 100 Metern Nabenhöhe in der ausgewiesenen Konzentrationszone zwischen Rheinbach und Meckenheim. Der "nicht angreifbare" Bebauungsplan für den Bereich beschränkt die maximale Höhe auf 50 Meter und daran werde man festhalten, so Bürgermeister Stefan Raetz. Große Chancen für einen Strukturwandel sah er in genossenschaftlichen Modellen gemeinsam mit den Bürgern. Darüber hinaus soll auch auf den Aspekt "Energie-Einsparen durch Sanierung im Immobilienbestand" Wert gelegt werden. In Kooperation mit einem Partner soll das gesamte Stadtgebiet mit Infrarot-3D-Kameras überflogen werden, wie der Bürgermeister ankündigte. Jeder Eigentümer erhalte dann kostenlos das Wärmebild seines Objekts, das die Schwachpunkte aufzeige.

Letzte Änderung: Mittwoch, 08.02.2012 11:35 Uhr

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