Rhein-Sieg-Kreis. Mit über 200 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kirche und befreundeten Hilfsorganisationen haben die Johanniter in Nordrhein-Westfalen am Samstag, den 21. Januar, ihren Neujahrsempfang in Bonn gefeiert. Der Neujahrsempfang ist zugleich der Startschuss für die Feierlichkeiten anlässlich des 60. Geburtstages der großen christlichen Hilfsorganisation.
"Nur wenige Kilometer südlich von hier, in Rolandseck, wurde 1952 in einem winzigen Holzhaus das erste Büro der Johanniter-Unfall-Hilfe eröffnet", sagte Hans-Peter von Kirchbach, Präsident der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. (JUH) in seinem Grußwort. Von Kirchbach erläuterte die immense Bedeutung des größten JUH-Landesverbandes innerhalb des gesamten Vereins und führte zahlreiche Beispiele für seine "Innovationskraft" an: "Hervorragende Impuls- und Gastgeber sind die Johanniter in Nordrhein-Westfalen, so auch heute: Die gesamte Johanniter-Unfall-Hilfe, aber besonders unsere Gesellschaft, die ohne uns ärmer, kälter, leerer wäre, braucht Sie!".
Zuvor hatte Jürgen Nimptsch, Bonner Oberbürgermeister,
sein Grußwort gesprochen und den
Johannitern herzlich für ihr Engagement für die
Gesellschaft in der Region Bonn/Rhein-Sieg/Euskirchen gedankt:
"Ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer wäre ein so
breites Angebot gerade in Bonn nicht möglich. Ich wünsche
Ihnen alles Gute, viel Kraft und Erfolg für das
Jubiläumsjahr der JUH!".
Hans Theodor Frhr. von Tiesenhausen, ehrenamtlicher
Johanniter-Landesvorstand, blickte in seiner Ansprache auf die
Johanniter-Unfall-Hilfe und ihr gesellschaftliches Umfeld:
"Die Milieus sind in Bewegung. Die Werte, die vor Jahrzehnten
noch für die Mehrheit der Bevölkerung galten, werden
nicht mehr durchgängig akzeptiert. Aber vielleicht ist das ja
gerade die Chance der Johanniter: Bei uns gelten noch die Werte,
die in anderen Institutionen schon in Frage gestellt
werden".
Er betonte zudem die besondere Bedeutung des gesunden Miteinanders von tätiger Nächstenliebe und nachhaltigem Wirtschaften: "Kommerz und christliche Nächstenliebe schließen sich zwar auf den ersten Blick aus. Aber nur auf den ersten Blick. Denn, nur wenn man wirtschaftlich in der Lage ist zu helfen, dann kann man auch Gutes tun. Das wissen wir sehr genau".
Festredner Jürgen Rüttgers, ehemaliger
NRW-Ministerpräsident, sagte in seiner Festrede:
"Worauf es ankommt ist, dass der Geist der Johanniter erhalten
bleibt. Zu einer menschenwürdigen Welt gehört ihr Motto
'Aus Liebe zum Leben' - gegen den Zeitgeist des
Marktradikalismus, der uns in die Krise gerissen hat, setzen Sie
die christliche Nächstenliebe".
Traditionell wurde beim Neujahrsempfang auch ein besonders verdienter Ehrenamtlicher geehrt: Walter Kolditz aus Bielefeld engagiert sich seit vielen Jahrzehnten als Ortbeauftragter für die Johanniter und seine Mitmenschen und erhielt die Verdienstmedaille des NRW-Landesvorstandes.
Dem Neujahrsempfang vorangegangen war ein Gottesdienst im Wasserwerk unter der Leitung von Pfarrer Stefan Bergner. Der Leiter der Johanniter-Jugend NRW predigte über die Jahreslosung 2012: "Gott ist in den Schwachen mächtig." (2. Korinther 12,9) Er sagte: "Der Einsatz und die Hilfe für Kranke, Verletzte und Bedürftige werden bei den Johannitern von Anfang an mit dem Gebot der Nächstenliebe begründet. Auch in den 60 Jahren, in denen es die JUH dieses Jahr gibt, sind die Angebote der Hilfe kontinuierlich professionalisiert und ausgeweitet worden". Für die musikalische Begleitung des Gottesdienstes sorgte das "Ittenbacher Bläsercorps".
Neben den genannten Rednern nahmen an dem Neujahrsempfang auch Staatssekretärin Dr. Cornelia de la Chevallerie aus dem Ministerium für Inneres und Kommunales NRW und Ministerialrat Dr. Hans-Georg Fey, Bundesvorstände Joachim Gengenbach und Wolfram Rohleder, die Landesvorstände Wilfried Nelles, Hans-Theodor von Tiesenhausen und Bruno Wangler, zahlreiche Regionalvorstände, Mitglieder des JUH-Präsidiums sowie zahlreiche Mitglieder des Johanniterordens und befreundeter Hilfsorganisationen teil.
Im Anschluss an den Neujahrsempfang konnten sich die Gäste in persönlichen Gesprächen und an Infoständen über die aktuelle Arbeit der Johanniter in NRW informieren.





